Ein Erfahrungsbericht

Eine HERZZEITBETREUUNG

Herzzeit Familienbegleitung A.M.  Juni 2016-Juni 2017
 
Ich lernte A. im Juni 2016 kennen, kurz nachdem ich mich dem Verein Herzzeit angeschlossen hatte. Chris Ory von Herzzeit organisierte unser Treffen und vermittelte mir A. somit als Familienbegleitung. Ich besuchte A. wenn immer möglich regelmässig einmal pro Woche an einem Abend bei ihr Zuhause. Anfangs analysierten wir gemeinsam ihre aktuelle Situation und überlegten, was ihr helfen würde. 
 
Büroarbeiten, wie amtliche Dokumente erledigen, stellten sich schnell als grosse Herausforderung dar, da ihre Muttersprache Spanisch ist und das Verstehen deshalb eher schwierig. Wir sortierten den „Papierkram“ und legten alle Papiere in beschrifteten Ordnern ab. Dies erforderte viel Zeit und war nicht in einmal zu erledigen. Um so grösser war die Erleichterung, als es dann nach einigen Wochen endlich geschafft war. 
 
Ich begleitete A. auf das Steueramt, auf die Post, holte mit ihr gemeinsam ihre Tochter AN. vom Hort ab, half A. bei den Hausaufgaben vom Deutschkurs und betreute AN., währenddessen A. im Deutschkurs war. Mit dem 100% Job ist A. sehr eingespannt. Wenn ihre Tochter frei hat, muss sie einen Platz im Hort/Ferienhort organisieren. An einem solchen Tag brachte A. ihre Tochter zu mir und ich betreute sie. Es war toll, sie dadurch auch besser kennen zu lernen und spezifisch auf sie einzugehen. 
 
Das Vertrauen wuchs mit jedem Mal und wir entwickelten eine freundschaftliche Beziehung. Gespräche über den Job, die finanzielle Situation, die Wohnung und die schulische Situation ihrer Tochter waren dabei sehr essentiell. Es kam auch vor, dass A. das Abendessen kochte und ich mit AN. spielte, wir zusammen kochten oder ich für uns alle drei. Ein Highlight für A. war der Oasetag, den Chris Ory von Herzzeit organisierte. An diesem Tag durfte ich A. begleiten. Sie entspannte sich sichtlich und genoss die „kinderfreie“ Zeit. Dabei konnte sie sich wieder einmal auf sich selber konzentrieren und gleichzeitig Kontakt mit anderen Alleinerziehenden knüpfen und sich austauschen. 
 
Da sich meine persönliche Situation veränderte, hatte ich weniger Zeit für wöchentliche Treffen. Dennoch blieben wir in Kontakt und ich besuchte sie alle zwei oder drei Wochen. Als es klar war, dass ich weiter weg ziehen werde und die Mitarbeit im Verein zeitlich nicht mehr drin liegt, sprach ich mit A. darüber. Ich brachte ihr vor meinem Umzug einige meiner Möbel, unter anderem ein Pult, das sie gut für ihre Tochter gebrauchen kann. 
 
Ich freue mich, die beiden bald wieder einmal zu besuchen, denn sie liegen mir wirklich sehr am Herzen! (D.R.)